Am 26. Juni 1947 wurde im Essener „Kaiserhof“ der Schachverband Industriegebiet gegründet. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Der Schachverbund Industriegebiet, sowie die anderen gegründeten Verbände übernahmen nun die Funktion des Vorgängers „Westfälischer Schachbund“. In unserer Gemeinschaft existierten in der Anfangszeit die Bezirke: Mülheim, Unteremscher, Essen, Vest, Duisburg, Dortmund, Hamm, Bochum, Herne und Gelsenkirchen. Der Start lief gut an, denn bereits 1948 hatte man die ersten abgeschlossenen Wettbewerbe. Beim Weiterleben bis zum heutigen 50. Jubiläum gab es eigentlich nie Probleme. Wenn man zwei Geschehnisse erörtern sollte, dann sind es in den 50er Jahren die Angelegenheit zwischen dem Verband und dem Bezirk Herne. Wobei der SB Herne von seinen Mitgliedern beauftragt wurde, zwei Kündigungen einzureichen. Das bedeutete, dass der eine Teil der Vereine nach dem Austritt wieder die Aufnahme beantragte. Doch der Verband wartete mit so einem gute Kompromiss auf, dass beide Seiten zufrieden gestellt waren. Bei dem anderen Vorfall in den 80er Jahren ging es um den amtierenden Kassierer wegen dessen abhanden gekommenen Finanzen. Auch hier regelte der Vorstand alles zur vollsten Zufriedenheit mit der Versicherung.

Wie bei allen Sportorganisationen gab es auch bei uns im Verband beim Spielbetrieb Umgestaltung. Etwas amüsant betrachtet man heute den Startbeginn. Denn nach der höchsten Spielstufe „Verbandsklasse“, benannte man den Unterbau „Bezirksklasse“. Ein paar Jahre später wurde sie sogar in Kreisklasse um­funktioniert. Doch Mitte der 50er Jahren kamen dann die gewohnte Verbandsliga/Verbandsklasse. Es wurden auch Pokalwettbewerbe (Dähne Pokal + Viererpokal) eingeführt, die regen Zuspruch fanden. In den 70er Jahren bekam auch das Blitzschach seinen festen Platz. Auch die Jugendwettbewerbe erweiterten sich. Das Damenschach, dass fast ein Dornröschenschlaf hatte, ging so richtig steilauf, als man endlich eine Damenreferentin hatte. Heute hat der Spielbetrieb auf Verbandsebene in allen Wettbewerben einen regelmäßigen Ablauf. Auch die Öffentlichkeitsarbeit hat Früchte getragen, denn seitdem das Schachspielen als Sport anerkannt wurde, ist in der Tagespresse das Königliche Spiel zwischen den anderen Sportarten fest verankert. Das Schach-Echo, dass 1948 von der Schachgemeinschaft Dortmund herausgegeben wurde, fand auch Anklang beim gegründeten Schachverband. Nicht nur der Verband, sondern auch die Bezirke beteiligten sich nach und nach daran. Daraus entwickelte sich das amtliche Mitteilungsblatt. Heute ist dieses Mitteilungsblatt in der überregionalen Ausgabe der Rochade Europa mit Sitz in Maintal vertraglich eingebunden. Nach nun erreichten 50 Jahren des Verbandes ist der Modus Verein-Bezirk-Verband-NRW als Stufenqualifizierung nicht mehr wegzudenken.
Quelle: "50 Jahre SVR"1. Vorsitzender Dr. W. Lange, Essen
2. Vorsitzender K. Ottensmeyer, Dortmund
Geschäftsführer H. Harbecke, Essen
Kassierer E. Hillers, Essen
Turnierleiter W. Hahn, Dortmund
Jugendwart H. Bauer, Dortmund