Der 1. Verbandsspielleiter Frank Strozewski hatte im November 2017 die Vereine der 60 Mannschaften, die in dieser Saison in den Bezirksligen der Bezirke bzw. der Spielgemeinschaften Essen / Mülheim spielen angeschrieben. Ziel war die Sammlung der Wünsche der Vereine, die überwiegend in der neuen Spielklasse starten werden, zur speziellen Ausgestaltung ihres Spielbetriebs.
Am 9. Januar wurden die Ergebnisse dieser Befragung einem Treffen in Oer-Erkenschwick, zu dem diese Vereine eingeladen waren, vorgestellt. Rund 40 Vereinsvertreter waren erschienen, um den Bericht des 1. Spielleiters zu hören und die Ergebnisse auch zu diskutieren.
Im ersten Teil der Infoveranstaltung ließ Frank Strozewski noch einmal die gesamte Entwicklung Revue passieren. Von den ersten Gesprächen in den Gremien des SVR, dem Kontakt zum SV Münsterland mit dem Ziel eines gemeinsamen Mannschaftspielbetriebs, bis zur endgültigen Entscheidung des SVR-Kongresses 2017 spannte er den Bogen. Danach hatten die Vereine die Möglichkeit, diesen Prozess zu kommentieren.
Einhellig begrüßten die Vereine die Infoveranstaltung. Gleichzeitig machten einige Vereine deutlich, dass sie im Vorfeld des Kongressbeschlusses zu wenige Informationen über die Strukturreform erhalten haben. Besonders hervorzuheben ist hier eine gemeinschaftliche Stellungnahme von mehreren Dortmunder Vereinen. Die Meinungsverschiedenheit zu diesem Thema zwischen Teilen des Dortmunder Bezirksvorstandes und diesen Vereinen konnte in der Sitzung nicht beigelegt werden. Die Vertreter aus anderen Bezirken konnten diese Differenzen überwiegend nicht nachvollziehen. So wurde entschieden, die Diskussion, deren Inhalt mutmaßlich stark von bezirksinternen Kommunikationsproblemen der SG Dortmund beherrscht war, in dieser Sitzung mit Teilnehmern aus allen Bezirken nicht weiter zu führen.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden dann die Ergebnisse der Befragung zu den einzelnen Punkten und die daraus resultierenden Folgen erörtert:

  • Regelspieltag
    Alle Vereine wünschten eindeutig die Beibehaltung des Regelspieltages Sonntag. Einige zeigten hier die Bereitschaft einer flexiblen Beginn Zeit. Die Mehrheit möchte an den bisherigen Startzeiten 14.00 Uhr bzw. 11.00 Uhr (Essen/Mülheim) festhalten. Grundsätzlich wurde aber einer individuellen Regelung von „Sonderterminen“ zugestimmt.
    Die Verbandsspielleitung wird dem VSA keine Änderung der VTO zu diesem Punkt vorschlagen.

  • Bedenkzeit
    In ihrer gemeinschaftlichen Antwort hatten Dortmunder Vereine die Beibehaltung einer „analogen“ Bedenkzeit gefordert. Die Wünsche der anderen Vereine beinhalteten alle Versionen der „Fischer“-Bedenkzeit. Fast alle dieser Vereine machte deutlich, dass sie mit einer Bedenkzeit „Fischer mittel“ gut leben könnten.
    Frank Strozewski sieht keine Möglichkeit, eine „analoge“ Bedenkzeit langfristig aufrecht zu erhalten. Die Entwicklung der FIDE-Regeln steht dem im Wege. Die Vereine haben in den letzten Jahren fast ausschließlich nur noch Digitaluhren erworben, sodass eine genügende Grundausstattung vorhanden sein sollte.
    Die Verbandsspielleitung wird daher dem VSA vorschlagen, einen VTO-Änderungsantrag mit der Bedenkzeit „Fischer mittel“ für die Mannschaftsmeisterschaft zu formulieren.

  • Partieerfassung
    Hier fiel das Ergebnis gemischt aus. Ein Teil der Vereine lehnte eine Partieerfassung als überflüssig ab. Ein anderer Teil erklärte die Partieerfassung als ein „Nice to have“, das aber nicht mit Kosten für die Vereine verbunden sein dürfte. Eine dritte Gruppe befürwortet auch für die Verbandsbezirksliga das bestehende Modell; es wurde sogar ausdrücklich auf die Zahlungsbereitschaft für diesen Service hingewiesen.
    Die Verbandsspielleitung wird daher dem VSA vorschlagen, einen Alternativantrag zur VTO zu stellen: Die Mehrheit auf dem kommenden Kongress des SVR im März 2018 soll entscheiden, ob das bisherige Modell auch für die Verbandsbezirksliga gelten soll oder ob in dieser Spielklasse eine Partieerfassung nicht durchgeführt wird.
    Eine mögliche Alternative in Form einer Partieerfassung durch die Vereine selbst und nur noch „Aufarbeitung“ bzw. „Resterfassung“ durch den Dienstleister SV MH-Nord muss zunächst geklärt werden. Daher kann ein Antrag mit diesem Inhalt in diesem Jahr noch nicht beschlossen werden.

  • Bußgeldkatalog
    Zwar halten einige Verein den Bußgeldkatalog auch für die Verbandsbezirksliga für angemessen, die Mehrzahl wünscht aber eine Reduzierung. Hierbei werden verschiedene Optionen vorgeschlagen.
    Die Verbandsspielleitung will im VSA einen entsprechenden Änderungsantrag für die VTO erarbeiten. Ziel ist eine Reduzierung der Bußgelder (50 %) und / oder Modifikation von Tatbeständen / Staffelungen.

 Nach gut drei Stunden beendete Frank Strozewski die Veranstaltung. Er bedankte sich für die intensive Diskussion und gegeben Anregungen, die nach Möglichkeit den Spielbetrieb bereichern werden.